· Ratgeber · 4 Min. Lesezeit
TI-Umstellung 2026: Konnektor tauschen oder TI-Gateway?
RSA-Konnektoren haben seit dem 1.1.2026 keinen TI-Zugang mehr. Welche Fristen jetzt zählen und wann ein TI-Gateway die bessere Wahl gegenüber dem Konnektor-Tausch ist.

Seit dem 1. Januar 2026 ist es keine Theorie mehr: RSA-only-Konnektoren haben keinen Zugang mehr zur Telematikinfrastruktur (TI), weil die zugehörigen RSA-Zertifikate zum 31.12.2025 abgelaufen sind. Ohne TI-Zugang laufen weder ePA noch eRezept oder KIM, und damit steht der Praxisbetrieb an entscheidenden Stellen still. Wer jetzt umstellen muss (oder es versäumt hat), steht vor einer Grundsatzfrage: neuen Konnektor anschaffen oder auf ein TI-Gateway umsteigen?
Was hinter der Umstellung steckt: RSA wird ECC
Die TI stellt ihre Verschlüsselung vom älteren RSA-Verfahren auf das modernere ECC-Verfahren um. Betroffen ist nicht nur der Konnektor, sondern die gesamte Kette: Karten, Kartenterminals und die Anbindung Ihrer Praxissoftware. Wer nur ein Teil tauscht und den Rest vergisst, hat am Ende trotzdem Ausfälle.
Diese Fristen zählen jetzt
- Konnektor: RSA-only-Konnektoren haben seit dem 1.1.2026 keinen TI-Zugang mehr. Betroffene Praxen brauchen eine ECC-fähige Lösung, entweder per Konnektor-Tausch oder per TI-Gateway.
- HBA und SMC-B: Heilberufsausweis und Praxisausweis der Generation 2.0 ohne ECC müssen bis zum 30.06.2026 gegen ECC-fähige Karten (Gen 2.1) getauscht sein. Diese Frist läuft in diesen Tagen aus. Wer den Tausch noch nicht erledigt hat, sollte ihn umgehend nachholen.
- Kartenterminals (gSMC-KT): Die Gerätekarte der Kartenterminals (Gen 2.0) ist bis zum 31.12.2026 gegen die ECC-Variante zu tauschen. Hier ist noch Zeit, aber nicht unbegrenzt.
- ePA: Die elektronische Patientenakte („ePA für alle”) ist im Praxisalltag bereits seit dem 1. Oktober 2025 verpflichtend einzusetzen.
- KIM: Der sichere Kommunikationsdienst ist in einer aktuellen Version (mindestens v1.5) erforderlich.
Dazu kommt: Aufsichtsbehörden bewerten unverschlüsselten Faxversand als nicht datenschutzkonform, vergleichbar mit einer offenen Postkarte. Der sichere Weg ist KIM. Wer jetzt nicht umstellt, riskiert Ausfälle im Praxisbetrieb und Probleme bei den TI-Pauschalen.
Option 1: Lokaler Konnektor-Tausch
Der klassische Weg: Der alte Konnektor wird gegen ein ECC-fähiges Gerät getauscht. Das Verfahren ist bewährt, und alles bleibt im Haus. Sie behalten die volle Kontrolle über die Hardware in Ihren Räumen. Dafür steht weiterhin ein Gerät in der Praxis, das gewartet, aktualisiert und irgendwann wieder ersetzt werden muss.
Option 2: TI-Gateway
Beim TI-Gateway wird Ihre Praxis über ein Rechenzentrum an die TI angebunden, ohne eigenen Konnektor vor Ort. Die Komponente wird zentral gewartet. Das ist oft günstiger und wartungsärmer, besonders wenn mehrere Standorte angebunden werden sollen. Ihre Praxissoftware spricht dann statt mit dem lokalen Konnektor mit dem Gateway, darüber laufen ePA, eRezept und KIM wie gewohnt.
Welche Variante die richtige ist, hängt von Ihrer Situation ab: Anzahl der Standorte, vorhandene Hardware, Praxissoftware, laufende Kosten. Ich bewerte das neutral und herstellerunabhängig, ich verkaufe Ihnen keine Variante, weil sie mir besser passt.
So gehe ich bei der Umstellung vor
- Bestandsaufnahme: Konnektor, Kartenterminals, KIM, HBA-/SMC-B-Karten und Ihre Praxissoftware.
- Weichenstellung: Konnektor-Tausch oder TI-Gateway, mit einer Empfehlung für die wirtschaftlichste und zukunftssichere Variante.
- ECC-Migration: Aktualisierung der Verschlüsselung und fristgerechter Tausch der Kartenterminal-Gerätekarte (gSMC-KT).
- KIM einrichten und auf eine aktuelle Version bringen, als sicheren Ersatz für das Fax.
- Anbindung an Ihre Praxissoftware, etwa Dampsoft DS-Win, solutio charly, evident oder CGM Z1.
- ePA und eRezept in den Praxisalltag integrieren und das Team einweisen.
- Laufende Betreuung, damit TI, Updates und Zertifikate dauerhaft funktionieren.
Ehrlich gesagt
Teile der TI-Hardware-Installation laufen über die jeweiligen Hersteller beziehungsweise zugelassene „Dienstleister vor Ort” (DVO). Ich koordiniere diese Schritte, plane die Umstellung rund um Ihre Praxis-IT und sorge dafür, dass am Ende alles zusammenspielt, ohne dass Sie sich mit mehreren Anbietern herumschlagen müssen.
Die TI ist dabei nur ein Baustein: Wie Ihre gesamte Praxis-IT zusammenhängt, beschreibe ich auf der Seite IT für Arztpraxen. Und weil die IT-Sicherheitsrichtlinie nach §390 SGB V für Praxen ohnehin verbindliche Anforderungen stellt, lohnt es sich, beides gemeinsam anzugehen. Einen schnellen Überblick gibt der §390-Check.
Ein Hinweis noch: Ich gebe die offiziellen Fristen und Anforderungen nach bestem Wissen verständlich wieder. Das ersetzt keine Rechtsberatung.
Mein Angebot: der TI-Check. Ich prüfe den Stand Ihrer TI-Komponenten und plane die Umstellung fristgerecht, aus einer Hand, mit Anbindung an Ihre Praxissoftware. Alle Details finden Sie auf der Seite TI-Umstellung für Praxen.

Alex Jabi
Ich betreue IT, Informationssicherheit und Datenschutz für KMU und Praxen an der Bergstraße und im Odenwald, persönlich, dokumentiert und ohne Cloud-Zwang.
Mehr über mich